Leserbrief

„Mitten im Wandel – und bereit, ihn zu gestalten“

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tephan Kleinschmidt
Stephan Kleinschmidt (Archivbild)

In seinem Leserbrief setzt Stephan Kleinschmidt der Kritik an einem angeblichen Generationenbruch ein anderes Bild entgegen: Die deutsche Minderheit befinde sich nicht im Stillstand, sondern in einem aktiven Wandel, den es nun gemeinsam zu gestalten gelte.

Der Leserbrief von Andreas Geuss ist von ehrlichem Interesse getragen – und der Blick nach vorne, den er einfordert, ist richtig. Umso wichtiger ist eine Einordnung. Denn bei aller Berechtigung einzelner Fragen verkennt seine Kritik zentrale Entwicklungen, die derzeit im Bund Deutscher Nordschleswiger und im politischen Umfeld der Minderheit stattfinden. Ja, Mitgliedszahlen, Beteiligung und Identifikation sind Herausforderungen. Daraus jedoch ein grundsätzliches Identitätsproblem oder gar einen „Generationenbruch“ abzuleiten, greift zu kurz. Wir erleben keinen Stillstand, sondern befinden uns mitten in einem begonnenen und weiter gestaltbaren Generationenwechsel.

Meine Kandidatur für den Hauptvorsitz des BDN ist deshalb bewusst mit einem klaren 5-Punkte-Plan verbunden. Er setzt auf Zusammenhalt und Solidarität, stärkt Netzwerke und schafft verlässliche Strukturen für echte Teilhabe. Ziel ist ein tragfähiges „Minderheiten-Wir“. Identität verstehe ich dabei nicht als Abgrenzung, sondern als gemeinsames Projekt – offen für unterschiedliche Lebenswege, Generationen und Zugezogene. Entscheidend ist, Beteiligung einfacher, sichtbarer und attraktiver zu machen und Wege in Verantwortung klar zu benennen.

Dass dieser Wandel teils bereits gelebt wird, zeigen zahlreiche Beispiele: In der Schleswigschen Partei wollen mit Erwin Andresen, Randi Damstedt und Dorthe Andresen neue, auch jüngere Führungspersönlichkeiten Verantwortung übernehmen. Im BDN kandidieren u.a. Rasmus Jessen und Jan Schmidt als Vertreter einer neuen Generation für den stellvertretenden Hauptvorsitz. Im Kommunalwahlkampf standen Wencke Andresen, Leif Curdes und viele junge Spitzen für gelebte Verantwortung. Auch in den Verbänden ist Erneuerung sichtbar – der Deutsche Jugendverband ist dafür nur ein Beispiel und entwickelt unter Jasper Andresens Leitung seine Arbeit erfolgreich weiter. Nicht zuletzt hat auch im Hauptamt im Haus Nordschleswig ein Generationswechsel eingesetzt, der frische Impulse mit Erfahrung verbindet.

Die deutsche Minderheit verliert ihre Identität nicht, sondern erneuert sie im Dialog der Generationen. Wir stehen vor einer Gestaltungsaufgabe. Mein Ziel ist es, diese Bewegung zu bündeln, die Minderheit weiter zu mobilisieren und zu einer starken, zeitgemäßen Entwicklung beizutragen. Nicht rückwärtsgewandt. Sondern verbindend.

Stephan Kleinschmidt, Kandidat für den Hauptvorsitz des Bundes Deutscher Nordschleswiger

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