ZUSCHRIFT

Künstliche Intelligenz in Schulen: Ein Risiko?

Hände tippen auf der Tastatur eines aufgeklappten Laptops.
Symbolfoto

Bildung: In seinem Leserbrief hinterfragt Kai-Torsten Steffens die KI-Nutzung im Schulwesen und speziell in den Schulen der deutschen Minderheit.

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Zuschriften

Dieses ist eine Zuschrift. Leserinnen und Leser können sich auf diese Weise auf die Berichterstattung des „Nordschleswigers” beziehen und ihre Sicht der Dinge schildern. Die hier geäußerten Ansichten und Meinungen geben nicht unbedingt die Haltung der Redaktion wieder.

Mit ziemlichem Schrecken habe ich den Inhalt des genannten Artikels gelesen. „So normal wir Google nutzen, werden wir auch KI nutzen“ ist einer der Sätze, die ich im besten Fall von einem Fachmann für Bildung nicht erwartet hätte.

Schon völlig unkritisch die tatsächliche Nutzung von Google als normal zu bezeichnen (BIG TEC im Umfeld von Trump, der gerade Grönland beansprucht) und ebenso das zwar schon fast gängige, aber keinesfalls normale Nutzen von KI als gottgegeben darzustellen, ist schlicht und ergreifend am Menschen vorbei. Nun bin ich nicht völlig am Thema vorbei. Beispielsweise verzichten wir in einem Projekt zusammen mit einer Journalistin ganz bewusst auf KI, obwohl es wirklich Zeit und Geld sparen würde. Denn allein wenn sich Lehrer bestimmte Aufgaben sparen wie das Schreiben von E-Mails, Zeugnissen, Lehrplänen, erlebt der Nutzende selbst seinen eigenen Prozess nicht mehr. Wenn ich also der Maschine sage, mach mir den Lehrplan fertig, bin ich gedanklich gar nicht mehr im Lehrplan, sondern übernehme ein fertiges Produkt. Mit Verlaub, einen Lehrer, der sich nicht mehr mit seinem Stoff und dessen Struktur auseinandersetzt, brauche ich für meine Kinder nicht. 

Zum anderen geht uns verloren, dass wir etwas Menschliches im System haben. Ich möchte, dass ein Mensch mit mir kommuniziert und nicht eine Maschine. Eben auch bei einer ganz banalen Mail. Dabei sprechen wir noch gar nicht davon, dass KI Nutzung wie Einkaufen bei einem Hehler ist. Wir sprechen auch nicht davon, dass KI einen großen Anteil an der CO₂-Entwicklung hat und eigens dafür in den USA das erste marode Atomkraftwerk wieder ans Netz geht. Nein, wir sollten in der Schule menschlich bleiben, Medienkompetenz von Mensch zu Mensch vermitteln, den medienkritischen Umgang mit KI lehren. Wir sollten Kinder stark machen, in einer Welt von KI analog klarzukommen und unser Hirn anstatt eine wie immer orientierte Maschine zu fördern. Denn auch da ist belegt: Je weniger Herausforderungen wir haben, desto mehr baut sich unser Gehirn ab. Eine aktuelle Studie befasst sich mit der Nutzung von KI in Schulen. Vor diesem Hintergrund sollte man Werbeveranstaltungen für KI, dass uns sowas von um die Ohren fliegen wird, neu überdenken.

https://tkp.at/2026/01/19/ki-in-schule-als-gefahr-fuer-kinder/

P.S.: Und anstatt sich der KI hinzugeben, ohne zu benennen, wer daran verdient, sollte der DSSV sich schnellstmöglich von Microsoft verabschieden. Wer meint, das sei nicht möglich, sollte sich in Schleswig-Holstein Anregungen holen, da klappt es für ein ganzes Bundesland. Die gesparten Lizenzgebühren sollten besser den Kindern zugutekommen.