Umwelt und Natur

Deutschland und Dänemark wollen gemeinsam die Flensburger Förde retten

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Flensburger Förde
Der Flensburger Förde geht es schlecht – auch wenn es auf den ersten Blick nicht so aussieht.

Mit einer Bootsfahrt auf der schwerkranken Flensburger Förde wollen Deutschland und Dänemark den Startschuss zur Verbesserung des ökologischen Zustands des Meeresarms geben. Aus beiden Ländern haben neben Politikerinnen und Politikern auch Vertretende von Natur- und Landwirtschaftsorganisationen angekündigt, an Deck zu sein.

Die Flensburger Förde ist in einem schlechten ökologischen Zustand. Hohe Nährstoffeinträge durch die Landwirtschaft auf deutscher und dänischer Seite, attestierter schwerer Sauerstoffmangel und nicht zuletzt die Zerstörung des Meeresbodens durch die Muschelfischerei haben dem Meeresarm schwer zugesetzt. 

Von außen ist das kaum zu sehen, unter der Wasseroberfläche aber schon. Jetzt wollen Deutschland und Dänemark daran etwas ändern und planen eine Zusammenarbeit, um die Förde wieder zum Leben zu erwecken und die Wasserqualität zu verbessern. 

Der symbolische Startschuss dafür findet am Montagvormittag, 2. Februar, bei einer Bootstour auf der Flensburger Förde statt. 

„Politischer Kick-off“ in Sonderburg

Der Minister für das Grüne Dreiparteienabkommen (Grøn Trepart), Jeppe Bruus (Soz.), wird in Sonderburg an Bord der „Feodora II“ gehen. Mit ihm an Deck werden weitere Minister sein, darunter Schleswig-Holsteins Umweltminister Tobias Goldschmidt (Grüne) und Vize-Bundesumweltminister Carsten Träger (SPD). Auch Lokalpolitikerinnen und -politiker aus dem Grenzland sowie Repräsentantinnen und Repräsentanten von Natur- und Landwirtschaftsorganisationen haben sich angekündigt. 

Mit dem ehemaligen Ausflugs- und Butterschiff, das heute im Linienverkehr zwischen Langballigau (Langballeå) und Sonderburg verkehrt, geht es eine Dreiviertelstunde auf das Wasser, bevor im Anschluss nach Begrüßung durch Sonderburgs Bürgermeister Erik Lauritzen (Soz.) hinter verschlossenen Türen im Sonderburger Schloss beraten wird. 

Die dänische Generalkonsulin in Flensburg (Flensborg), Annette Lind, moderiert dazu ein gemeinsames Gespräch unter etwa 50 anwesenden lokalen Engagierten und Interessengruppen. Hier sollen konkrete Ideen und Wünsche dazu vorgestellt werden, wie eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit aussehen könnte.

Deutschland und Dänemark tragen gemeinsame Verantwortung

„Beide Länder haben eine Verantwortung für die Wasserqualität der Förde“, heißt es in der Pressemitteilung des Ministeriums für das Grüne Dreiparteienabkommen. 

Erste Bausteine in den kommenden Monaten

Komplizierte Rahmenbedingungen

Die EU-Wasserrahmenrichtlinie verpflichtet Deutschland und Dänemark hier zur Zusammenarbeit, um den Zustand der Förde zu verbessern. Rein formell gilt diese Zusammenarbeit jedoch nur für beispielsweise Grundwasser, Wasserläufe und Seen, während der Schutz der maritimen Umwelt durch regionale Meeresschutzabkommen koordiniert wird. Für die Flensburger Förde ist dies etwa die Baltic Marine Environment Protection Commission (Helsinki Comission, HELCOM). Dieser zwischenstaatlichen Kommission für den Schutz der Meeresumwelt im Ostseeraum gehören neben Dänemark und Deutschland auch die übrigen Ostseeanrainerstaaten an. 

Die Kategorie Küstengewässer, in die auch die Flensburger Förde fällt, liegt bei den Zuständigkeiten irgendwo dazwischen, was es historisch gesehen schwierig gemacht hat, eine gemeinsame Koordination zu schaffen.

Um die Flensburger Förde in einen besseren ökologischen Zustand zu bekommen, soll künftig eine besser abgestimmte Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern etabliert werden. 

Das Treffen in Sonderburg soll hierbei ein „politischer Kick-off“ sein, was eine engere technische Kooperation angeht, die bereits in den kommenden Monaten anrollen soll. Darunter etwa der Austausch von Daten, die Koordination von Gewässerplanung oder aber Zustandsbeurteilungen. 

„Von dänischer Seite besteht Interesse daran, die deutschen Vertreterinnen und Vertreter in die Grundgedanken hinter der sehr lokal ausgerichteten Dreiparteien-Arbeit einzuführen, da man in Deutschland eher daran gewöhnt ist, dass Umweltmaßnahmen von oben vorgegeben werden“, heißt es in der Mitteilung des Ministeriums.

Die Flensburger Förde ...