ZUSCHRIFT

Zugverbindungen nach Brüssel unzureichend

Es fährt kein Zug nach Brüssel – erst Recht kein IC4 Regionalzug (Archivfoto).

Verkehr: Die aus Nordschleswig stammende Trine Petersen, dänische Botschafterin des Europäischen Klimapakts der Europäischen Kommission im Jahr 2026, bemängelt die fehlende Nord-Süd-Zugverbindung nach Brüssel. Trotz der Bedeutung der Stadt als europäisches Zentrum gibt es keine direkte Verbindung aus Dänemark.

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Zuschriften

Dieses ist eine Zuschrift. Leserinnen und Leser können sich auf diese Weise auf die Berichterstattung des „Nordschleswigers” beziehen und ihre Sicht der Dinge schildern. Die hier geäußerten Ansichten und Meinungen geben nicht unbedingt die Haltung der Redaktion wieder.

Deutsche Fassung:

Ich habe das Glück, überall schlafen zu können. Für mich ist der Zug pure Lebensqualität, da ich arbeiten, lesen, schlafen und gleichzeitig von A nach B kommen kann, ohne die Umwelt zu sehr zu belasten.

Deshalb schien es der perfekte Plan, den Zug zu nutzen, um am Montagmorgen in Brüssel zu sein, wo meine Arbeitswoche beginnt. Nach dem Arbeitstag am Montag wollte ich direkt wieder den Zug zurück nehmen, sodass Transport und Schlaf optimal zusammenpassen. Auf diese Weise könnte ich rechtzeitig zu meinen Aufgaben im Zusammenhang mit der dänischen „Folketingswahl“ am Dienstag zurückkehren.

Doch passende Verbindungen von Flensburg oder Kopenhagen gibt es nicht. Wenn ich mit dem Zug reisen will, müsste ich stattdessen drei bis fünf Stunden auf einem Bahnhof in Deutschland warten – anstatt zu schlafen, was ich eigentlich vorhabe.

Brüssel ist seit einem halben Jahrhundert ein globaler Arbeitsplatz und schon länger ein europäisches Zentrum. In den vergangenen Jahren war die Stadt zudem ein wichtiger Dreh- und Angelpunkt für Themen wie Resilienz, die Reduktion schädlicher Umweltstoffe und den Umgang mit externen Schocks. Tausende Politikerinnen und Politiker sowie Vertreterinnen und Vertreter von Unternehmen und Organisationen sind aus Deutschland und Nordeuropa nach Brüssel und zurück gereist.

Umso mehr überrascht es mich, dass es keine gut abgestimmte Nord-Süd-Verbindung gibt, die Brüssel morgens und abends zuverlässig anbindet. Ist es nicht an der Zeit, unsere zentralen Städte besser mit den Mitgliedstaaten zu verbinden – insbesondere im Schienen- und Personenverkehr?

Dänische Fassung:

Jeg er begavet med et sovehjerte der gør mig i stand til at sove hvor som helst, så for mig er toget udpræget selvkærlighed, fordi jeg kan arbejde, læse, sove og komme fra a til b uden at lægge verden for meget til last.

Derfor var den perfekte plan at tage toget, så jeg er i Bruxelles mandag morgen, hvor min arbejdsuge starter. Når arbejdsdagen slutter mandag, så tilsvarende et tog retur, så transport og nattesøvn klares med et smæk. På den måde kan jeg nå hjem til mine opgaver i forbindelse med det danske Folketingsvalg på tirsdag. Men de forbindelser fra Flensborg eller København til og fra Bruxelles findes ikke. Hvis jeg insisterede på at tage toget, ville jeg skulle sidde 3-5 timer midt om natten på en station i Tyskland. Lige der har jeg ikke lyst til at sove.

Bruxelles har været en global arbejdsplads i et halvt århundrede, og et europæisk centrum endnu længere. De seneste mange år har Bruxelles ydermere været et omdrejningspunkt i at styrke resiliens, reducere forurening og minimere risici overfor exogene chok. Tusinder og atter tusindvis af politikere, virksomheder og organisationer er rejst til og fra Bruxelles fra Tyskland og Norden.

Jeg er så overrasket, over at vi ikke har en nord-syd-linje, der rammer Bruxelles om morgenen, og omvendt om aftenen. Er det ikke nu, vi skal have bundet vores centrale europæiske byer sammen med resten af EU i forhold til tog og persontransport?

Trine Petersen
Høeghsmindevej 45,
2820 Gentofte